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Studie: Versicherer bei Digitalisierung nicht konsequent genug
16. April 2018

Studie: Versicherer bei Digitalisierung nicht konsequent genug

Versicherer zeigen einen starken Willen zur Digitalisierung und investieren entsprechend viel. Innovative Geschäftsansätze entstehen daraus aber bisher kaum, heißt es in einer Studie aus Deutschland.


Die Strategie- und Managementberatung zeb hat mehr als 50 Entscheider von Versicherern befragt, die nach Bruttoprämien gemessen zusammen rund 60% des deutschen Versicherungsmarkts ausmachen. 83% der befragten Versicherungen geben an, zumindest punktuell Budgets für Digitalisierungsinvestments freizugeben. Jedoch konnten nur acht Prozent der Versicherer einen funktionierenden Innovationsprozess etablieren, bei dem innovative Geschäftsansätze mit erhöhter Geschwindigkeit konzipiert und in das Gesamtunternehmen überführt werden.Versicherer seien mit ihren Prozessen, Daten und der IT noch nicht auf digitale Geschäftsmodelle ausgelegt und dadurch in ihrer Transformationsgeschwindigkeit gehemmt. 

Der Wille ist hoch 

Insgesamt sei ein hoher Digitalisierungswille der Versicherer zu erkennen, der jedoch nur zaghaft in die Praxis überführt werde. So hat bisher nur jede zweite befragte Versicherung eine Digitalisierungsstrategie mit einem strategisch definierten Projektportfolio entwickelt. Die Verantwortlichkeiten für die digitale Transformation werden nur in jedem vierten Unternehmen definiert und eingefordert. „Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen“, sagt Stefan Geipel, Partner bei zeb und Initiator der Studie.

Kunden zu wenig einbezogen

Auch ist laut Studie der Grundsatz, vom Kunden her zu denken, nicht in der Praxis verankert. Zwar gibt der Großteil der befragten Versicherer an, die Bedürfnisse der Kunden zu kennen, doch weniger als die Hälfte bezieht die Kunden in die Produktentwicklung mit ein. Die Digitalisierung des Produktangebots erfolge evolutionär. Komplexere digitale Angebote seien zumeist erst in der Entwicklung, disruptive Ansätze im Produktangebot nahezu nicht verfügbar.

Strukturen hemmen Innovation

Optimierungspotenzial besteht der Studie zufolge auch bei der Verankerung der notwendigen Innovationskraft im Management und der Organisation. So sind herkömmliche Organisationsstrukturen mit klassischer Trennung von IT- und Fachseite gegenüber agilen Alternativen noch immer dominierend. Immerhin 60% der befragten Unternehmen geben an, an der Überwindung kultureller Widerstände zu arbeiten. Gerade das mittlere Management empfinde die Unternehmenskultur in vielen Versicherungen als innovationshemmend und bemängle eine geringe Risikobereitschaft und Fehlertoleranz. Hier könne das Leitkonzept des Digital Leadership helfen, bestehende Silos aufzubrechen und die digitale Transformation voranzutreiben.“

Versicherer müssen „Werkzeugkasten“ erweitern

Ein „Digital Leader“ sei unter den deutschen Versicherern derzeit noch nicht auszumachen. Über alle Digitalisierungsdimensionen hinweg verorten sich die Teilnehmer im „unteren Mittelmaß“ – der digitale Reifegrad der Branche muss also bestenfalls als ausreichend bezeichnet werden. „Insbesondere mit Blick auf global agierende Internetkonzerne, die sich zunehmend intensiver für das Versicherungsgeschäft interessieren, gilt es jetzt an Geschwindigkeit zu gewinnen“, betont Philip Franck vor, Senior Manager bei zeb. Die Versicherer müssten mehr wagen und ihren „Werkzeugkasten“ erweitern.





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