AssCompact - Facebook

Sonntagsspaziergang als Arbeitsunfall
12. Oktober 2017

Sonntagsspaziergang als Arbeitsunfall

In Deutschland wurde ein Mann während eines privaten Spaziergangs am Sonntag von einem Auto angefahren. Er meldete dies als Arbeitsunfall – und erhielt vor dem Sozialgericht Düsseldorf Recht.


Der 60-jährige Kläger befand sich in einer stationären Rehabilitationsmaßnahme, wo ihm Bewegung zur Gewichtsabnahme nahegelegt wurde. Beim Überqueren eines Zebrastreifens wurde er von einem Auto erfasst und verletzt. Daraufhin erhob er Anspruch bei der Berufsgenossenschaft auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallkasse.

„Aktive Mitarbeit zur Gewichtsreduzierung“

Die Berufsgenossenschaft verwehrte ihm die Zahlung, da es sich hierbei um eine rein private, auf eigene Gefahr vorgenommene Tätigkeit handle. Zudem läge keine ärztliche Anordnung vor, wodurch kein kausaler Zusammenhang zu der Rehabilitation des Klägers gegeben sei. Vor Gericht argumentierte der Kläger, dass er mit dem Spaziergang seiner Verpflichtung zur aktiven Mitarbeit bei der Gewichtsreduzierung nachkommen wollte. Die Richter schlossen sich dieser Auffassung an und definierten den Begriff Arbeitsunfall im Urteil mit einer deutlich weiteren Auslegung. Der Spaziergang sei objektiv kurgerecht, sodass sie den Anspruch des Mannes bejahten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Quelle: AssCompact Deutschland, bearbeitet durch Redaktion Österreich





AssCompact Abonement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Dass sich Handwerksbetriebe zuerst am Gesetz und dann erst an Kundenwünschen orientieren sollten, dazu rät Schadenexperte Dr. Wolfgang Reisinger.