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Prof. Bernd Marin: bAV Emanzipationsschritt für Arbeitnehmer
05. November 2018

Prof. Bernd Marin: bAV Emanzipationsschritt für Arbeitnehmer

Vom Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in Österreich würden alle Seiten profitieren, sagt Prof. Dr. Bernd Marin, Direktor des Europäischen Bureaus für Politikberatung und Sozialforschung. Über die notwendigen Schritte spricht er im Interview in der AssCompact November-Ausgabe.


„Vorrangiges Ziel muss eine starke Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge sein, wenn nicht gar ihr allgemein verpflichtender Charakter wie etwa in der Schweiz oder Norwegen“, sagt Marin. „Hier könnte die „Abfertigung neu“ als Modell dienen, die ihre Legitimität aus der großen Zahl begünstigter Nutznießer ohne Extrakosten für die Wirtschaft bezieht.“

Individuelles Recht auf bAV

Dies würde ein Umdenken gegenüber der bisherigen Philosophie fast nur staatlich garantierter Absicherung erfordern. Zudem müssten Arbeitnehmerbeiträge auch ohne Arbeitgeberinitiative ermöglicht werden und ein individuelles Recht aller Arbeitnehmer auf lohnsteuer- und SV-abgabenbefreite Entgeltumwandlung verankert werden. „Einzelne können dann über einen Rechtsanspruch bis zu einem bestimmten Prozentsatz (etwa zehn Prozent) der Höchstbeitragsgrundlage selbstständig über die Höhe ihrer Zusatz-Altersvorsorge bestimmen.“

„Eine klare Win-win-Situation für alle“

Dies wäre laut dem Sozialwissenschaftler „ein weiterer Emanzipationsschritt“ für Arbeitnehmer, zumal damit Millionen Menschen eine eigenständige betriebliche Altersvorsorge ermöglicht werde. Entscheidend werde neben individuellen Arbeitnehmerrechten auf bAV die flächendeckende Integration der Firmenpensionen in möglichst viele Kollektivverträge, Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträge sein. „Es wäre eine klare Win-win-Situation für alle: ein besseres Beitrags-Leistungs-Verhältnis als andere Vorsorgeformen für Arbeitnehmer; Lohnnebenkostenentlastung für Unternehmen; und eine Stabilisierung des staatlich garantierten Mehrsäulenpensionssystems durch breitere Zusatzvorsorge für alle Menschen.“

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen AssCompact-Ausgabe.





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