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Expertentipps für die Kernkompetenz Schadenmanagement
30. Januar 2019

Expertentipps für die Kernkompetenz Schadenmanagement

Aufgabe der Makler ist es nicht, die Versicherer zu möglichst hohen Kulanzleistungen zu bewegen, sondern rechtlich korrekte Argumente zu liefern, warum den Kunden eine Schadenszahlung zusteht. Unter dieses Motto stellte Reinhard Jesenitschnig sein Referat „Schadenfälle quergedacht“ beim AssCompact Beratertag gestern in Salzburg.


„Wir haben schon beim Vertragsabschluss Einfluss auf mögliche spätere Schäden. Daher ist es unumgänglich, dass wir uns mit dem Kleingedruckten befassen“, appellierte der anerkannte Schadenexperte und Buchautor an die Kolleginnen und Kollegen, Fachkompetenz zu erwerben und einzusetzen. „Wir brauchen Spezialwissen, vor allem im Versicherungsrecht und in den einzelnen Sparten“, so Jesenitschnig.

Denn sobald ein Antrag abgegeben sei, schwebe über dem Kunden ein Damoklesschwert: Die mögliche Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Logisches Fazit des Schadenexperten: „Risikoanalyse bedeutet Besichtigungsanalyse!“ Jesenitschnig zeigte an Hand interessanter Bespiele, dass die Deckungsprobleme sehr oft im Detail liegen – daher sei Fachwissen unumgänglich. Der Schadenexperte riet dazu, den Schadenreferenten mit vollständigen und gut dokumentierten Schadenmeldungen die Arbeit zu erleichtern, u. a. mit einer Fotodokumentation, die vom Überblick ins Detail geht.

Einleitend hatte – wie gestern berichtet – Univ.Prof. Dr. Michael Gruber von der Uni Salzburg vor fast 300 Besuchern über die Auswirkungen der IDD auf den Maklerstand referiert.

12 Versicherer und Servicegesellschaften präsentierten Innovationen

Mario Klug, Leiter Unabhängige Vertriebe OÖ/Salzburg bei der Generali, präsentierte sein Unternehmen und die neuen IDD-konforme Geschäftsprozesse und rief dazu auf, die digitalen Tools zur Erleichterung der täglichen Arbeit zu nutzen. Manuel Bichler, Leiter der Regionaldirektion West, stellte die Produktpalette der Wüstenrot Gruppe vor und appellierte an die Vertriebspartner, alle Möglichkeiten zum Cross-Selling zu nutzen. WWK Vertriebsdirektor Stefan Otto demonstrierte mit aussagekräftigen Zahlen, dass professionelle Altersvorsorge kaum eine Alternative hat – auch ohne die lebenslange Rente so intensiv zu nutzen wie Jopi Heesters, der mit einem Alter von 108 Jahren eine Gesamtperformance von 264% erzielte. Netinsurer Geschäftsführer Mag. Thomas Hajek zeigte, wie die Vermittler mit optimal abgestimmten regulatorisch konformen Prozessen den operativen und organisatorischen Mehraufwand bewältigen können und warnte vor individuellen Softwarelösungen, die in der Regel erheblichen zusätzlichen Aufwand gegenüber Standardsoftware verursachen.

Breite Palette an Sparten

Klaus Pointner, Leiter Maklervertrieb der D.A.S. verwies darauf, dass der Beratungsrechtschutz bei Rechtsanwälten und D.A.S Juristen sowohl im Privat- als auch im Firmenbereich eine immer größere Rolle spiele. Prinzip der D.A.S. sei ein modularer Produktaufbau, der maßgeschneiderte Lösungen ermögliche. Christian Wagner, Leiter Produktmanagement HDI Leben, stellte „TwoTrust Selekt“ als flexibles Vorsorgeprodukt vor, das die Sicherheit des Deckungsstocks einer klassischen Rentenversicherung mit den Renditechancen des internationalen Kapitalmarkts kombiniere – inklusive leistungsstarker Absicherung im Fall von Pflegebedürftigkeit. Mag Robert Kühberger, Abteilungsleiter Privatgeschäft Produktmanagement bei der VAV, präsentierte die Benefits des neuen Unfalltarifs als Antwort auf steigende Unfallzahlen im Freizeitbereich, u.a ein überproportionales Ansteigen der Leistung schon ab einer Dauerinvalidität von 21% sowie eine große Palette an Erweiterungsbausteinen. Akad. Vers.Makler Lukas Rother, Junior Underwriter UNIQA, verwies auf den hohen Stellenwert, den der Faktor Mensch bei Cybercrime-Fällen spielt, und stellte die Cyber-Versicherung für Industrie- und Individualkunden inklusive Cyber-Radar vor, das Kunden via Newsletter vor aktuellen Bedrohungen aus den weltweiten Netz warnt.

Digitaler Beratungsprozess

Prokurist Wolfgang Menghin, Leitung Vertrieb NÜRNBERGER, stellte die neue klassische Rentenversicherung vor, die dem Kunden ermöglicht, die Höhe der monatlichen Rente nach eigenem Bedarf zu steuern. Eine Antwort auf die Tatsache, dass Kunden mit 65 in der Regel einen höheren finanziellen Aufwand haben als mit 90 – Stichwort Autokauf. Walter Furtlehner, MBA, Gewerbekoordinator der Donau, präsentierte die BGV-Vario und die Allrisk Versicherung als moderne Versicherungslösungen für das Gewerbe und erläuterte, wie das neue Berechnungstool der Donau mit einer Berechnung zwei Offerte erstellen könne. Mit einer Live-Präsentation der digitalen Beratungsprozesse machten Akad. Vkfm. Matthias Lindenhofer, Geschäftsführer DIE Maklergruppe, und IT Experte Matthias Gamper deutlich, wie durchgehende digitale Prozesse von der Bedarfsanalyse bis zur digitalen Polizze die tägliche Arbeit der Vermittler erleichtern können, Ressourcen sparen und das papierlose Büro Realität werden lassen. Wolfgang Aringer, Vertriebsdirektor Salzburg, muki, präsentierte den Tarif Family Plus als Produkt, das vor 31 Jahren die Erfolgsgeschichte der muki begründete, mit mehr als 100.000 Verträgen bis heute das Fundament der muki bilde und mit Kinderbegleitung ins Krankenhaus, Unfallsonderklasse, Reisestorno und Auslandsleistungen eine breite Palette an Sicherheit biete.

Als versierter Moderator trug Dr. Philip Steiner zum Gelingen des AssCompact Beratertags bei. Am Schluss stand die bereits traditionelle Verlosung von attraktiven Preisen. Den Hauptpreis, einen Wellnesswertgutschein in Höhe von 400 Euro im Hotel Moselebauer in Bad St. Leonhard im Lavanttal gewann der Landecker Versicherungsmakler Gebhard Stark.



Kommentare

von Stephan Pestitschek am 31.01.2019 um 17:02 Uhr
Die Vermittler müssen praktisch die Interessen von zwei Seiten vertreten, wobei man in der letzten Zeit eine Verhärtung der "Fronten" feststellen kann, wobei man als Vermittler leicht "unter die Räder" kommen kann. Einige (oder alle?) Versicherer versuchen mit Gewalt Obliegenheitsverletzungen zu konstruieren und schicken z.B. bei Kaskoschäden unverschämte Fragenbogen an die Kunden (ohne jeden Verdacht), die von einigen Kunden als Beleidigung gesehen werden (FS-Kopie mit aktueller Tageszeitung, Wann haben Sie letztes Mal Alkohol getrunken, wie viel, mit wem.. Wo wollten Sie hinfahren, warum, zu wem usw.) Von Datenschutz haben scheinbar einige Unternehmen noch nichts gehört. Da ist "Fremdschämen" für den Versicherer angesagt. Andererseits verlangen Kunden Zahlungen für Dinge, die sie nie versichert haben. Gott sei Dank habe ich für solche Fälle noch die betreffenden Mails etc., wo der Kunde mitgeteilt hat, daß er weniger zahlen will und daher einige Deckungen abgelehnt hat (typisch im RS). Ich nutze dafür auch das Gesprächsprotokoll, das ich eigentlich zuvor abgelehnt habe. Daher ist es immer wichtiger, daß man die Unterlagen so lange speichert, bis man rechtlich nicht mehr belangt werden kann. Das ist Beweissicherung für den Notfall, denn sonst kann man im Streitfall ziemlich auf die Nase fallen. Daher der nächste Problemfall, der Datenschutz und das Löschen von Daten. Zur Beweissicherung dürfen die Daten gespeichert werden, bis die Klagsfristen vorbei sind - und das können 30 Jahre sein.



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