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ARAG plant Zukäufe und Kooperationen in Österreich
16. Mai 2018

ARAG plant Zukäufe und Kooperationen in Österreich

Bei der ARAG Rechtsschutzversicherung sondiere man den österreichischen Markt derzeit „sehr genau“, wie CEO Dr. Matthias Effinger einmal mehr betont. Warum Zukäufe und Kooperationen, nicht aber eine Prämiensenkung geplant sind, erklärt er im Interview mit AssCompact.


Schon bei der Präsentation der Jahresbilanz bekundete Effinger das Interesse der ARAG an Zukäufen und Kooperationen im lokalen Rechtsschutzmarkt. Man sondiere den österreichischen Markt „sehr genau“ und interessiere sich neben der Akquisition von Rechtsschutzportefeuilles auch für indirektes Geschäft. „Darunter verstehen wir beispielsweise Kooperationen im Rahmen von Rückversicherungsvereinbarungen mit andern Versicherern, für die wir dann die gesamte Schadenabwicklung übernehmen“, so Effinger.

Privatsegment ins Positive gedreht

Der österreichische Rechtsschutzmarkt sei zwar ein vergleichsweise reifer, biete aber dennoch „viel interessantes Potenzial“ – vor allem im Privatkundensegment, das bei der ARAG bis vor fünf Jahren noch defizitär gewesen sei. Dieses habe man mittlerweile „durch einen Dreiklang aus außergerichtlicher Erledigung von Rechtsschutzfällen durch unsere Inhouse-Juristen sowie effizienteren Abwicklungsprozessen und die Nutzung von Skaleneffekten“ ertragsstark aufgestellt. „Hier sehen wir Potenzial, um zukünftig weitere ertragsschwache Portefeuilles drehen zu können, sei es durch Akquisition oder Kooperation.“

Prämiensenkung „keine nachhaltige Strategie“

Ob man angesichts der guten Ertragslage nicht einfach die Prämien senken könnte, um Marktanteile auszubauen? Für ihn sei das „keine nachhaltige Strategie“, meint Effinger, denn bereits mit den aktuellen Prämien sei der Kundennutzen schon „deutlich positiv“. Grob geschätzt erhalte der Kunde für einen Euro Prämie durchschnittlich Gegenleistungen von rund 1,20 Euro.

„Diese Hebelung ist möglich, weil wir als großer und effizienter Rechtsschutzanbieter gleiche Leistungen zu viel geringeren Kosten generieren können, als dies für einen Individualkunden am Markt möglich wäre.“

Marktveränderungen „nicht unwahrscheinlich“

Was Portfoliozukäufe betrifft, so führe man in Österreich derzeit noch keine konkreten Verhandlungen. „Aber unsere Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass viele Versicherer ihre Aktivitäten derzeit neu sortieren. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass es im lokalen Markt in naher Zukunft auch zu Veränderungen kommen könnte.“

Was die ARAG plant und wie die potenziellen Kooperationen konkret aussehen könnten, erklärt Dr. Matthias Effinger im Interview in der AssCompact Juni-Ausgabe.





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