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„Euro Monitor“: Österreichs Wirtschaft gut unterwegs
28. Februar 2019

„Euro Monitor“: Österreichs Wirtschaft gut unterwegs

Österreichs Wirtschaft schneidet innerhalb der Eurozone laut einer aktuellen Allianz-Studie überdurchschnittlich gut ab. Die Prognosen seien aber insgesamt „eher düster“ und könnten nur durch ein „ausgeprägtes politisches Umdenken“ gedreht werden.


Zehn Jahre nach der großen Finanzkrise sei die Eurozone „gut in Form“, so das Fazit des aktuellen „Allianz Euro Monitors“, der die Stabilität und Gesundheit der Volkswirtschaften untersucht. Österreich liegt mit einer Gesamtbewertung von 7,2 von 10 möglichen Punkten über dem Durchschnitt der Eurozone (6,8 Punkte) und nimmt damit unverändert Platz 8 ein. Die Staatsschuldenquote erreichte mit 75% ihren niedrigsten Stand 2008. Österreich punktet vor allem mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 5,5 auf 4,8%, den niedrigsten Stand seit 2011. Zudem sind die heimischen Exporte 2018 real deutlich stärker gewachsen als der reale Welthandel.

Deutschland bleibt Spitzenreiter

Der Allianz-Bericht stellt der Eurozone für 2018 insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Erstmals erfüllten im vergangenen Jahr alle Länder der Zone das Maastricht-Kriterium eines Haushaltsdefizites von unter drei Prozent des BIP, das durchschnittliche Haushaltsdefizit lag sogar bei nur 0,6%. Allerdings ist jener Indikator, der die kurzfristigen Fortschritte beim Abbau von Ungleichgewichten misst, im letzten Jahr zurückgegangen. Sowohl die Bewertungen für die Entwicklung der Arbeitsproduktivität und der Lohnstückkosten als auch für die Entwicklung der Exporte im Vergleich mit dem Welthandel sind rückläufig.

Gewinner, Verlierer und Aufsteiger

Deutschland bleibt mit einem Gesamtergebnis von 8,0 der Leader im Euro Monitor-Ranking. Das insgesamt immer noch gute Ergebnis ist auf die solide Leistung in den Kategorien Solidität der Staatsfinanzen sowie Außen- und Privatverschuldung zurückzuführen. Trotz seiner „Pole-Position“ sei die Situation in Deutschland aber „problematisch“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. „Dies liegt vor allem an der starken Abnahme der Reformdynamik im Vergleich zu anderen Ländern.“

Frankreich und Italien teilen sich in der Gesamtwertung mit 5,5 Punkten den letzten Platz. Beide Länder erzielten laut Studie seit 2015 praktisch keine Fortschritte beim Abbau der wirtschaftlichen Ungleichgewichte.

Unter den „Aufsteigern“ hat sich Griechenland am stärksten verbessert und rückte vier Plätze in der Rangliste vor. Nach Punkten machte Zypern den größten Sprung nach vorne.

Politischer Trend „eindeutige Bedrohung“

Die Aussichten für die Zukunft bewerten die Autoren der Allianz-Studie eher düster. Mit dem schwächeren Aufschwung im Euroraum verschwindet der konjunkturelle Rückenwind. Auch die Reformdynamik habe ihren Höhepunkt deutlich überschritten und dürfte sich in absehbarer Zeit nicht wieder beschleunigen. Grund dafür sei die zunehmende politische Instabilität sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene, die den ohnehin geringen europäischen Konsens weiter schwäche.

„Diese Entwicklung stellt eine eindeutige Bedrohung für die Stabilität der Eurozone dar“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. Nur ein ausgeprägtes politisches Umdenken – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene – könnte dazu beitragen, diesen Trend umzukehren. Ohne eine solche Wende haben die Ergebnisse des Euro Monitors im Jahr 2018 wahrscheinlich ihren Höchststand erreicht.“





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