Studien 27. Juni 2011

SIGMA-Studie von Swiss Re: Schäden aus Natur- und Man-Made- Katastrophen verdreifacht

(ac)Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden aus Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2010 werden auf 218 Mrd. US-Dollar geschätzt. Die Schadenssumme hat sich damit gegenüber den 68 Mrd. US-Dollar des Jahres 2009 stark erhöht. Rund 304 000 Menschen starben bei diesen Ereignissen, die meisten Menschenleben forderte im Januar 2010 das Erdbeben in Haiti mit mehr als 222 000 Toten.

Gemäß der jüngsten SIGMA-Studie von Swiss Re belasteten Naturkatastrophen die weltweite Versicherungswirtschaft im Jahr 2010 mit rund 40 Mrd. US-Dollar, Man-Made-Katastrophen sorgten für weitere Schäden in Höhe von über 3 Mrd. US-Dollar. Somit beliefen sich die Kosten für die globale Versicherungswirtschaft auf über 43 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg um mehr als 60% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

2010 entfiel fast ein Drittel der Katastrophenschäden auf Erdbeben. Die beiden teuersten Ereignisse des Jahres waren die Erdbeben in Chile (Februar) und in Neuseeland (September). Sie führten zu versicherten Schäden von schätzungsweise 8 Mrd. US-Dollar bzw. 4,4 Mrd. US-Dollar.

Balz Grollimund, einer der Autoren der Studie, erklärt: „Obwohl sich bei den weltweiten Erdbebenaktivitäten kein langfristig steigender Trend abzeichnet, nehmen die durch Erdbeben verursachten Todesfälle und Versicherungsschäden zu. Wichtige Gründe dafür sind das Bevölkerungswachstum, insbesondere in städtischen Gebieten, sowie der zunehmende Wohlstand und die sich rasch erhöhende Exponierung. Viele dieser schnell expandierenden Ballungsgebiete befinden sich in seismisch aktiven Regionen.“

Der Wintersturm Xynthia richtete in Westeuropa Versicherungsschäden von 2,8 Mrd. US-Dollar an und war damit das drittteuerste Ereignis des Jahres. In den USA generierten drei Stürme und in Australien zwei Stürme ebenfalls Schäden von über 1 Mrd. US-Dollar.

Die Sachschäden aus der Explosion der BP-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko werden auf 1 Mrd. US-Dollar geschätzt. Angesichts der Komplexität der Schäden ist diese Summe jedoch noch mit großen Unsicherheiten behaftet.

Thomas Hess, Chefökonom bei Swiss Re, kommentiert: „Diese Ereignisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit einer wesentlichen Verbesserung des Präventions- und Katastrophenmanagements, um das Leiden der Menschen zu verringern. Der schnell wachsende Wohlstand in den Schwellenländern sollte auch zur Bewältigung dieser Probleme eingesetzt werden. Dieser Wohlstand wird die Versicherer zudem in die Lage versetzen, zu expandieren und die große Deckungslücke in vielen Schwellenmärkten teilweise zu schließen.“

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