Studien 28. Juni 2011

Mercer: Managersuchen 2010 gestiegen, Trend zu ausländischen Aktien hält an

(ac)Die Anzahl an Manager-Selektionsverfahren (Searches) hat 2010 weltweit zugenommen, damit hat sich der bereits 2009 zu beobachtende positive Trend fortgesetzt, nachdem 2008 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. Institutionelle Anleger erhöhen ihr Engagement in Aktien und Anleihen aus Schwellenländern, um ihre Portfolios zu diversifizieren. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung des internationalen Beratungsunternehmens Mercer zu seinen Manager Search-Aktivitäten im vergangenen Jahr.

Weltweit hat die Zahl der Managersuchen 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 14% zugenommen. Am größten ist die Veränderung in Australien, auch in Europa und in Asien ist ein Anstieg zu verzeichnen. In den USA hingegen hat sich die Anzahl der Suchen geringfügig verringert.

Globale Aktien sind weltweit mit 177 Managersuchen und einem Volumen von ca. 8 Mrd. Euro die gefragteste Anlageklasse geblieben, allerdings wurden mehr Vermögenswerte in Anleihen platziert (9,6 Mrd. Euro). Das Interesse an Immobilien ist leicht gestiegen, was auch darauf zurückzuführen ist, dass diese Anlageklasse in der Folge des Zusammenbruchs relativ günstig zu erwerben war. Auch in den Kategorien Rohstoffe, Infrastruktur und Multi-Strategie-Hedgefonds ist die Nachfrage gestiegen. Search-Aktiviäten in Schwellenländern erlebten einen deutlichen Aufschwung: Die Anzahl der Managersuchen in der Kategorie Aktien aus Schwellenländern hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt, bei den Anleihen war im vergangenen Jahr sogar ein Anstieg um das Elffache zu verzeichnen.

Michaela Plank von Mercer dazu: “Das Interesse an nicht-traditionellen Anlageklassen wächst weiter, denn die institutionellen Anleger wollen ihre Diversifikation erhöhen. Dessen ungeachtet dürften traditionelle Aktien- und Anleihenmandate aber auf absehbare Zukunft die dominanten Bereiche bleiben, in denen Managersuchen durchgeführt werden.”

In Großbritannien haben sich die Anleger nach dem sprunghaften Anstieg der Search-Aktivität im Jahr 2009 darauf konzentriert, neue Mandate durch das Jahr hinweg zu halten. Dies hat zu einem signifikanten Rückgang der Managersuchen und platzierten Vermögenswerte geführt. Als stärkster Trend zeichnete sich 2010 auch hier das wachsende Interesse an Aktien und Anleihen aus Schwellenländern ab, während das Interesse an inländischen Aktien weiter sank.

Im Rest Europas hat die Zahl der Managersuchen zugenommen, wobei die platzierten Vermögenswerte von 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf nunmehr 25 Mrd. Euro gestiegen sind. In Schweden hat die Anzahl der Suchen ebenfalls zugenommen, während in Frankreich, Irland und den Niederlanden ein Rückgang zu verzeichnen war.

Fast die Hälfte aller Managersuchen in Europa ist auf den extremen Anstieg in Deutschland zurückzuführen, institutionelle Anleger interessierten sich vor allem für Neuanlagen oder Aufstockungen von Anleihen- und Aktieninvestments aus Emerging Markets (aufstrebende Märkte).

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