Studien 27. Juni 2011

Langlebigkeitsphänomen beansprucht 2060 knapp 30% des BIP

(ac)Laut den Ergebnissen des Allianz Demographic Pulse verbringen die Österreicher heute durchschnittlich mehr als 23 Jahre in Pension – in etwa doppelt so viel wie 1970. Damit liegt Österreich europaweit auf Platz 2. Künftig sei daher beim österreichischen Pensionssystem, das in Sachen Nachhaltigkeit im EU-Vergleich auf Platz 18 liegt, eine stärkere Diversifizierung der Risiken und Ertragsquellen der Altersvorsorgesysteme notwendig, sind die Allianz Experten überzeugt.

Hohe Lebenserwartungen und alternde Gesellschaften sind in vielen Ländern der Welt entweder bereits Realität oder werden es bald sein. Der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung in Österreich wird von aktuell 23,1% auf 35,8% im Jahr 2050 steigen. Hinter dieser positiven Entwicklung verbergen sich gewaltige gesellschaftliche, medizinische und soziale Fortschritte. Doch die Langlebigkeit hat ihren Preis: Die altersabhängigen Staatsausgaben in Österreich werden von aktuell 26,0% des BIP auf 29,1% des BIP in 2060 wachsen, was über dem Durchschnitt der EU-27 liegt. Die Ausgaben für Pflege werden relativ am stärksten wachsen, von 1,3% auf 2,5% des BIP bis 2060. Die Ausgaben für Pensionen werden von 12,8% auf 13,7% des BIP steigen, der Bereich Gesundheit von 6,5% auf 8%.

Eines verdeutlicht die neue Untersuchung: Die Alterung der Gesellschaften wird in hohem Maße die Staatsfinanzen der Industrieländer belasten. Die Einrichtung von nachhaltigen und finanzierbaren Systemen im Bereich der Rente, Pflege und Gesundheit sind unerlässlich.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass jene Länder gut positioniert sind, deren Altersvorsorgesysteme eine kapitalgedeckte Komponente beinhalten und welche ihre Reformen frühzeitig begonnen haben: Im Europavergleich weist Schweden mit einem Wert von 2,65 das derzeit nachhaltigste Pensionssystem mit dem geringsten Reformdruck auf. Auf Platz 2 liegt, mit einigem Abstand, Dänemark (3,19), gefolgt von Lettland (3,33). Auf dem 27. und damit letzten Platz befindet sich Griechenland (6,63), Österreich (4,56) liegt lediglich auf Platz 18 und damit am Ende des mittleren Drittels. Eine Kapitaldeckung in der Altersvorsorge und ein ausgebauter Wohlfahrtsstaat sind in Schweden kein Widerspruch, sondern ergänzen sich gegenseitig. „Nachhaltige Sozialsysteme und Wirtschaftswachstum sind die zwei hauptsächlichen Werkzeuge, um die Auswirkungen der Alterung auf die staatlichen Finanzen zu kontrollieren. Wenn die Weichen rechtzeitig und richtig gestellt werden, kann der Staat seine gestaltende Rolle bewahren und die Aufmerksamkeit von den Herausforderungen auf die Chancen alternder Gesellschaften verlagern. Nachhaltige Systeme und private Vorsorge sind die Grundvoraussetzungen für einen finanziell abgesicherten Ruhestand für jetzige und zukünftige Generationen“, so Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich.

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