Künftige Pensionslücken durchaus bewusst – Unsicherheitsfaktor Firmenpolitik
(ac) Bereits drei Viertel der jungen Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie im Alter aus dem staatlichen System keine ausreichende Pension erhalten werden, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Instituts meinungsraum.at bei 1.000 Arbeitnehmern unter 30 Jahren. Laut Studie rechnen 65% der jungen Arbeitnehmer mit weiteren Einschnitten in das Pensionssystem. Im Gegenzug fordern drei Viertel der jungen Generation von den Arbeitgebern das Angebot einer betrieblichen Vorsorge.
Die Einschnitte der beschlossenen Pensionsreformen werden zwar erst in einigen Jahren spürbar, die Mehrheit der Bevölkerung ist sich der Folgen aber schon heute bewusst. Über 80% der jungen Arbeitnehmer unter 30 Jahren haben sich über ihre Pensionsansprüche bereits Gedanken gemacht und sind zu beunruhigenden Schlüssen gekommen: Jeder Vierte rechnet damit, dass er in der Pension sogar mit weniger als der Hälfte des Letzteinkommens auskommen muss, ein Drittel rechnet mit 40–50% Einbußen.
Weniger bewusst sind sich die jungen Arbeitnehmer, dass sie mit der Wahl ihres Arbeitgebers gleichzeitig eine Entscheidung über die Höhe ihrer künftigen Pension treffen. Wer heute bei einem Großunternehmen oder einer Institution zu arbeiten beginnt, hat eine acht mal höhere Chance, im Alter sein Leben ausreichend finanzieren zu können als ein Berufseinsteiger in einem Kleinbetrieb.
In Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern kann schon fast jeder zweite Arbeitnehmer mit einer Zusatzpension rechnen. Nur fünf Prozent der Kleinbetriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern bieten eine Firmenpension an, um die zukünftige Pensionslücke zu schließen.
Der Politik stellen die Jungen in punkto Pensionen kein gutes Zeugnis aus: Über 70% meinen, dass zu wenig zur Sicherung der Pensionen unternommen wird. Demnach wird privater Vorsorge auch ein hoher Stellenwert eingeräumt: Schon zu Beginn des Erwerbslebens muss privat vorgesorgt werden, um die Pensionslücke später schließen zu können, sind zwei Drittel der unter 30-Jährigen überzeugt.
Die heutige staatliche Pension macht durchschnittlich nur noch 70% der 1989 noch vorgesehenen Pension aus. Das zeigt, dass die staatlichen Pensionen zukünftig nicht mehr ausreichen werden, um den Wohlstand aus der Zeit der Erwerbstätigkeit im Ruhestand sichern zu können. „Die jungen Arbeitnehmer wissen das und erwarten von der Politik entsprechende Handlungen“, so Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen. Daher ist die Firmenpension auch jedem dritten Arbeitnehmer ein wichtiges Argument bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers. Wegen des Angebots der Firmenpension den Arbeitgeber zu wechseln, ist allerdings nur für jeden Fünften vorstellbar. „Aus der Studie geht hervor, dass die junge Generation die Firmenpension als Option für bessere Vorsorge sieht. 69% der Befragten meinen, dass der Staat – zusätzlich zur gesetzlichen Pension – auch die Firmenpensionen fördern sollte“, so Herbert Kling, Geschäftsführer und Studienleiter von meinungsraum.at.


