Studien 30. Juni 2011

Für 70% der Investoren wird die Zinsentwicklung als höchstes Risiko eingestuft

(ac)Unter insgesamt 17 abgefragten Kategorien liegt das Zinsänderungsrisiko für rund 70% der Befragten auf Platz eins, immerhin 61% bewerten die Entwicklung von Staatsanleihen als riskant. Dies gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen der erstmalig von Allianz Global Investors (AllianzGI) in elf europäischen Ländern unter 156 institutionellen Investoren durchgeführten „RiskMonitor“-Umfrage.

Österreichische institutionelle Investoren schätzen Veränderungen bei der Zinslandschaft als hohes Risiko (89%) ein, ebenso die allgemeine Marktvolatilität. Einen starken Rückgang auf den Aktienmärkten halten 78% für ein bedeutendes Risiko, im Bereich von Staatsanleihen sind dies zwei Drittel. Bei den regulatorischen Risken werden steigende Erfordernisse beim Reporting von jedem Zweiten als Risiko eingestuft, strengere Regulierung von etwa jedem Dritten.

Früher hätten diese Ergebnisse einen Trendwechsel in Aktienanlagen markiert, jedoch sehen die Befragungsteilnehmer Marktschwankungen allgemein und die Möglichkeit eines Kursrutsches bei Aktien ebenfalls als bedeutende Risken an. „Es ist nicht nur die Vielzahl an Risiken, denen institutionelle Investoren gegenüber stehen, sondern Anleger nehmen Risiko inzwischen als systemisches Phänomen wahr, da die unterschiedlichen Risikokategorien sich potenziell immer stärker gegenseitig beeinflussen können. In diesem Zusammenhang ist die große Zuversicht im Hinblick auf die Stabilität des Euros, die in der Umfrage zutage getreten ist, durchaus bemerkenswert”, erklärt Elizabeth Corley, Europachefin von AllianzGI. Nach der Umfrage glauben 76% der institutionellen Anleger in Europa, dass der Euro in seiner derzeitigen Form überleben wird.

Die Kapitalmärkte haben sich seit der Finanzkrise stark verändert und damit die Risikowahrnehmung, wodurch es notwendig erscheint, den Rahmen für Risikomanagement zu überdenken. Aktive und dynamische Risikomanagementstrategien, die über reine Diversifikation hinausgehen, werden immer wichtiger.

Befragt über ihre Bedenken im Hinblick auf regulatorische oder eher strukturelle Risiken, zeigen sich die institutionellen Anleger zuversichtlich. Straffere Regulierung oder wachsende Anforderungen an das Reporting wurden am häufigsten in dieser Risikokategorie genannt, jedoch werden diese Risiken nur von 29% respektive 20% der Befragten als bedeutend angesehen. „Die RiskMonitor-Umfrage zeigt, dass institutionelle Anleger in Europa Vertrauen in die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen haben, in denen sie sich bewegen, und dass sie insgesamt zuversichtlich sind, die Herausforderungen in diesem Feld zu meistern”, so Elizabeth Corley.

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