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Steuern & Recht 23. November 2011

„Aus Brüssel wird es viele neue Richtlinien regnen“

(ac) Das Provisionsverbot für unabhängige Berater ist noch nicht vom Tisch! Das wird aus den Signalen deutlich, die in den vergangenen Wochen aus Brüssel kamen. AssCompact widmet sich daher in der kommenden Ausgabe diesem Thema und fragt nach, wie die Fachverbände und der Interessensverband AFPA (Austrian Financial and Insurance Professionals Association) die Regulierungstendenzen aus den EU-Gremien sehen.

Johannes Muschik, Vorstand des AFPA erklärt, dass aktuell eine Vielzahl neuer Richtlinien zu uns unterwegs ist. „Als erstes kündigt sich die Revision der MiFID an. Zwar geht es da um den Verkauf von Wertpapieren. Doch werden MiFID Bestimmungen mit Sicherheit als Vorbild für die nächste Vermittlerrichtlinie herangezogen, die den Verkauf von Versicherungen neu regelt. Bei der MiFID wird künftig wohl zwischen „abhängigen“ und „unabhängigen“ Vermittlern unterschieden.“ Laut Muschik kann es sein, dass „abhängige“ Vermittler weiterhin Provisionen beziehen dürfen. Ihre unabhängigen Kollegen hingegen nicht.

Finanzdienstleister-Fachverbandsobmann KR Wolfgang K. Göltl sieht ebenfalls dunkle Wolken aufziehen: „Im Kommissionsvorschlag der MiFID II wird ein Provisionsverbot dann vorgesehen, wenn dem Kunden eine „unabhängige“ Wertpapierberatung versprochen wird. Es ist stark anzunehmen, dass dies auch in der Versicherungsvermittlungsrichtlinie (kurz IMD) für die Lebensversicherung mit Anlagecharakter übernommen wird.“

Christoph Berghammer, MAS, Fachgruppenobmann der Versicherungsmakler Salzburg und Leiter des Arbeitskreises Transparenz im Fachverband sieht die Situation noch nicht ganz so dramatisch. Er meint, dass, was die aktuelle Überarbeitung der Versicherungsrichtlinie anbelangt, ein potenzielles Provisionsverbot von keiner Seite propagiert wurde. Definitiv ausschließbar sei es allerdings nicht, dass im Rahmen der endgültigen Arbeiten zur IMD dieses Thema nochmals aufgegriffen werden kann.

In der Dezember-Ausgabe lesen Sie im ausführlichen Interview mehr zu diesem Thema, z.B. was die Interessensverbände gegen die aktuelle Entwicklung tun, wie man Lobbying für die Branche betreiben kann und in welchen Bereichen in Zukunft noch die eine oder andere Regulierung zu erwarten ist.

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