Studien 28. Juni 2011

Allianz: Studie zur Unfallgefahr in den eigenen vier Wänden

(ac)Ein Drittel aller Österreicher erlebte in den letzten beiden Jahren einen Unfall in den eigenen vier Wänden. Knapp die Hälfte aller Haushaltsunfälle erfordert ärztliche Behandlung, immerhin jeder achte führt zu einem längeren Spitalsaufenthalt. Gefahrenzone Nummer eins ist die Küche.

„Alle zwei Minuten passiert in Österreich ein Haushaltsunfall, der medizinisch behandelt und somit in der Unfallstatistik erfasst wird. Die Dunkelziffer liegt aber noch weit höher“, betonte Allianz Vorstand Dr. Johann Oswald. Pro Jahr verunfallen mittlerweile 280.000 Menschen in ihrer Wohnung, das sind rund 50.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Hauptrisikogruppen sind dabei Kinder und Senioren.

Haushaltsunfälle werden generell unterschätzt, selbst nach Unfällen werden kaum zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im Haushalt getroffen. Nur wenn Kinder vom Unfall betroffen waren, gibt es eine Reaktion der Familie: Dann werden häufig Rutsch- und Treppensicherungen angebracht oder Steckdosen gesichert. Als Unfallursache orten die meisten Menschen in erster Linie Stress und Zeitdruck, seltener dagegen Unwissenheit.

Wirkliche Angst besteht bei vielen Personen lediglich vor Haus- und Wohnungsbränden, für die zahlreichen kleineren Unfallgefahren des Alltags gibt es indes ein nur sehr geringes Bewusstsein.

Risiko-Hotspot Nummer eins im eigenen Zuhause ist mit 32% aller Unfälle die Küche, gefolgt vom Garten (24%), der vor allem für den Nachwuchs eine besondere Gefahrenzone darstellt. Die häufigsten Folgen sind Schnittverletzungen (40%), gefolgt von Prellungen, Schürfwunden und Knochenbrüchen. Zwar sind die Verletzungen oft relativ harmlos, jeder achte Unfall daheim führt aber zu einem stationären Spitalsaufenthalt, und in manchen Fällen drohen sogar dramatische Folgen bis hin zu dauernder Invalidität.

Immer noch sei vielen Menschen nicht bewusst, dass Unfälle in der Freizeit – und damit auch jene im Haushalt – von der gesetzlichen Sozialversicherung nicht gedeckt sind. Gemäß der Statistik des Versicherungsverbandes ist nur jeder zweite Österreicher durch eine private Unfallversicherung bei Freizeitunfällen geschützt. Auch die Hoffnung, durch Kreditkarten oder Mitgliedschaften in Autofahrerclubs ohnehin ausreichend versichert zu sein sei trügerisch, da dies stets an ganz bestimmte Unfalls-Umstände gebunden sei.

Dabei könnte man mit ein bis zwei Euro pro Tag der gesamten Familie bereits eine sinnvolle private Unfallversicherung für den Fall des Falles bieten. Abgesichert wären damit sowohl jene Aufwendungen, die sich direkt aus dem Unfall ergeben (Bergungskosten, Spital-Sonderklasse, Heilbehelfe, Rehabilitation) als auch die enormen Gefahren einer Dauer-Invalidität mit all den Folgekosten, die eine solche mit sich bringt.

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