Studien 30. Juni 2011

Allianz Studie Euro Monitor 2011: Bronze-Medaille für Österreichs Wirtschaft

(ac)Der Euro Monitor 2011 analysiert die 17 Staaten der Eurozone bezüglich der jeweiligen wirtschaftspolitischen Entwicklungen auf Basis von 15 quantitativen Indikatoren in vier Kategorien. Österreich belegt dabei den dritten Platz hinter Deutschland und Luxemburg.

In den Kategorien „Finanzielle Nachhaltigkeit“ sowie „Verschuldung privater inländischer Sektoren und Nettoauslandsvermögenssituation“ liegt Österreich auf Platz 4, bei der „Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage“ konnte Platz 2 gefestigt werden. In der Kategorie „Solidität der Staatsfinanzen“ konnte Österreich Platz 6 halten. Bei „Beschäftigung, Produktivität und Ressourceneffizienz“ ist Österreich „Europameister“. Auf den vier letzten Plätzen befinden sich dagegen Spanien, Portugal, Irland und als Schlusslicht Griechenland. Die nach Deutschland zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich liegt im Mittelfeld auf Rang acht.

„Die 17 Länder der Eurozone müssen mehr leisten, um die Stabilität ihrer gemeinsamen Währung und deren Glaubwürdigkeit an den Finanzmärkten zu sichern“, erklärt Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. Den Euro-Krisenländern attestiert er „erste Anpassungserfolge“. Es sei aber mehr Zeit nötig, bis die eingeleiteten Strukturreformen griffen. Im Falle Griechenlands warnt er vor einem Schuldenschnitt, dadurch würde sich die Krise weiter ausbreiten. Demgegenüber halte er das geplante weitere Hilfspaket, flankiert durch eine freiwillige Umschuldung privater Gläubiger und ein strategisches Investitionsprogramm der Europäischen Union, für sinnvoll. Jedes Zögern drohe zu einer Belastung für den Euro zu werden. Glaubwürdige Konsolidierungsschritte und Reformen sowie eine Verbesserung der strukturellen Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität müssen in den verschuldeten Ländern schnell eingeführt und umgesetzt werden.

Dabei sei auch eine Reform des wirtschaftspolitischen Steuerungsrahmens sinnvoll: Gegenwärtig sind einige Euro-Staaten ohne bezahlbaren Zugang zum Kapitalmarkt. Der politische Widerstand gegen fortgesetzte Zahlungen wächst und Spekulationen über ein etwaiges „Versiegen der Quelle“ nehmen zu. Als Lösung führen die Allianz Experten die Schaffung eines European Sovereign Insurance Mechanism (ESIM) an: Die bereits für den Euro-Rettungsschirm bereitgestellten Mittel würden teilweise für die Schaffung eines Anleihenversicherers eingesetzt. ESIM erhielte für die garantierten Anleihen eine jährliche Versicherungsprämie vom staatlichen Emittenten, deren Höhe sich an der Verbesserung der Schuldenkennzahlen bemessen sollte. Investoren erhielten so Klarheit über den maximal möglichen Verlust und könnten entsprechend kalkulieren und preisen. Dadurch würde ein bezahlbarer Zugang zu den Kapitalmärkten für die betroffenen Staaten wieder hergestellt werden.

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